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ZAHNERSATZ

Damit Sie auch morgen noch kräftig zubeißen können

Ein strahlendes Lächeln hilft bei Partnerwahl und der Karriere. Wer seine Zähne in Stand setzen lassen möchte, sollte jedoch seine Brieftasche nicht vergessen. Lesen Sie hier, welche Kosten die Krankenkassen heute noch übernehmen.

Für schmerzempfindliche Gemüter ist ein Zahnarztbesuch alles andere als angenehm, doch die Sanierung des Gesundheitswesens sorgt dafür, dass nicht selten auch nach dem Zahnarztbesuch die Rechnung auch noch für Kopfschmerzen sorgt.

Seit Januar 2005 gilt beim Zahnersatz ein neues Abrechnungssystem. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen seitdem in der Regel nur noch 50 Prozent der so genannten Regelleistung, die für einen bestimmten Befund vorgesehen ist. Muss bei Ihnen beispielsweise ein Zahn im Oberkiefer ersetzt werden, so erhalten Sie immer den gleichen Festzuschuss, unabhängig davon, ob Sie sich für eine simple Standardbrücke oder für das aufwendigste Keramik-Inlay entscheiden. Bis Ende 2004 beteiligte sich die Kasse prozentual an den individuell anfallenden Kosten – für teure und gute Behandlungen gab es somit mehr Geld. Das neue System wirkt sich also für die Patienten nachteilig aus. Die Zuzahlungen beim Zahnersatz sind nämlich in 2005 erheblich gestiegen. Nach Berechnungen der AOK-Bayern um satte 13 Prozent.

Vorsicht – Kostenfalle privat abzurechnende Leistungen


Wenn Sie einen Zahnersatz benötigen, muss Ihr Zahnarzt vor Beginn der Behandlung einen Heil- und Kostenplan erstellen. Dieser wird bei Ihrer Krankenkasse zur Prüfung und Genehmigung eingereicht. Das Problem dabei: Die Zahnärzte sind nicht verpflichtet, in diesem Plan die Gebührensätze offen zu legen, die für Leistungen, die über die Regelversorgung hinaus gehen, erhoben werden. Die Krankenkasse kann dann nicht erkennen, ob für die privat abzurechnenden Leistungen beispielsweise der 1,8fache oder der 2,3fache Honorarsatz anfällt. „Deshalb ist es wichtig, dass der Heil- und Kostenplan lückenlos und transparent alle Leistungen und Kosten auflistet. Der Patient muss wissen, welche Kosten auf ihn zukommen", sagt Antonius Wienefoet, Leiter des Referats Zahnmedizin beim AOK-Bundesverband. Daher ist es wichtig, sich im Gespräch mit dem Zahnarzt Klarheit über die Behandlungskosten zu verschaffen. Denn mittlerweile fallen bei mehr als der Hälfte der Behandlungen privat abzurechnende Leistungen an. Ein Anstieg von über 20 Prozentpunkten seit den Änderungen beim Zahnersatz.

Regelmäßige Vorsorge ist bares Geld wert

Eine Möglichkeit haben Sie allerdings, um den Festzuschlag Ihrer Krankenkasse aufzustocken. Wenn Sie in den letzten fünf Jahren vor der Behandlung regelmäßig bei der Vorsorgeuntersuchung waren, erhalten Sie einen zusätzlichen Bonus von 20 Prozent. Hat Ihr Zahnarzt gar in den letzten zehn Jahren alljährlich einen Stempel in Ihr Bonusheft gemacht, können Sie den Kassen-Zuschuss gar um 30 Prozent aufstocken. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre werden häufiger zur Zahnarztvisite gebeten. Sie müssen jedes Halbjahr beim Zahnarzt erscheinen, um in den Genuss der Bonuszahlungen zu kommen.

Gebiss-Schnäppchen im Ausland?

Nicht wenige Patienten scheuen die hohen Zahnersatz-Kosten in Deutschland und blicken über die Grenze. „Meistens ist der Zahnersatz in Ländern wie Ungarn oder Polen tatsächlich preisgünstiger", weiß Elisabeth Reker, Europa-Expertin beim AOK-Bundesverband. „Wer diesen Weg wählt, sollte aber bedenken, dass eine Prothese nicht immer auf Anhieb richtig sitzt. Wenn Druckstellen auftreten, ist der Patient oft schon wieder zu Hause.“ Ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Immerhin: Die Kasse steuert genau so viel bei wie bei einer Zahnarztvisite in Deutschland. Auch bei einer Behandlung im Ausland muss die Krankenkasse einen vom Zahnarzt erstellten Heil- und Kostenplan genehmigen. Nachteil: Wenn Sie einen Zahnklempner im Ausland aufsuchen, müssen Sie – anders als in Deutschland – in Vorleistung treten. Erst hinterher erhalten Sie den Festzuschuss von Ihrer Krankenkasse.

Tipps:
  • Auch wenn es zunächst Überwindung kostet: Gehen Sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung. Dies ist zum einen gut für Ihre Zahngesundheit und schont zum anderen auch noch Ihren Geldbeutel.
  • Vor der Behandlung muss Ihre Krankenkasse den vom Zahnarzt erstellten Heil- und Kostenplan genehmigen. Achten Sie dabei auf Kostentransparenz.
  • Bei Zahnbehandlungen im Ausland sollten Sie Reisekosten und -strapazen berücksichtigen. Wer mehrmals reisen muss, zahlt womöglich am Ende drauf.
Stand: Dezember 2009, alle Angaben ohne Gewähr